Doppelzimmer mit Doggendame

Genießt die Urlaubszeit: Buddy, der Beagle, mit Anke Krinkes Bordeauxdogge Klara.

Urlaubswetter kann man das zur Zeit wahrlich nicht nennen, aber Elvis und Buddy stört das nicht. Der Podenco-Mischling aus Velen und der Beagle aus Ramsdorf, deren zweibeinige Rudel gen Süden in Urlaub aufgebrochen sind, machen Ferien am Eschweg - und sie fühlen sich unter ihresgleichen offensichtlich pudelwohl.

Gut, ausschlafen ist nicht. "Morgens um 7.30 Uhr beginnt der Tag hier", sagt Anke Krinke. In einer Phase der Arbeitslosigkeit war die Tierarzthelferin mit "Ankes Gassikutsche" gestartet, einem mobilen Betreuungsservice für Hunde. Diesen bietet sie auch nach wie vor an. Daneben entwickelte sich jedoch mit der Zeit der Pensionsbetrieb. Denn: Viele Vermieter von Ferienquartieren dulden keine Hunde, Flüge und lange Autofahrten sind Stress für die Tiere, ganz zu schweigen von Impf- und Einfuhrbestimmungen im Ausland. "Da suchen Hundebesitzer eine vorübergehende Bleibe für ihre Vierbeiner", weiß die 36-Jährige.

Maximal zehn Hunde nimmt sie auf dem Hof am Rand von Marbeck gleichzeitig auf, derzeit sind es sieben. "Es soll klein und gemütlich bleiben", sagt sie. Dafür hat sie das komplette Erdgeschoss ihres Hauses in eine Pension für Hunde umgewandelt. "Paragrafen gibt es dafür nicht", berichtete sie, dass das Veterinäramt anfangs nicht wusste, wie sie diese Pension einstufen sollten. Dicke, mit Fell bedeckte Matten liegen auf dem Boden neben der Küchenzeile und den Tonnen mit Hundefutter. Schlafplätze für die Vierbeiner, die wie Buddy die Gesellschaft lieben und es sich auch mal mit einer korpulenten Dogge bequem machen. Für diejenigen, die wie Elvis den Laden schon mal richtig aufmischen, gibt’s "das Einzelzimmer", die Hundebox im Nebenzimmer. Im Zwinger nächtigt hier kein Vierbeiner. "Es sind nun mal alles Wohnungshunde", sagt Krinke, die gegen 22.30 Uhr eine letzte Runde mit den Hunden dreht und dann das Licht ausmacht.

Elvis möchte beschäftigt werden und freut sich über das Spiel.


Selbst Power-Hunde wie Buddy - der Stammgast in Marbeck ist - sind dann in der Regel hundemüde. Wenn Neulinge zu den Gästen gehören, installiert Krinke vorsichtshalber ein Babyphone, um eingreifen zu können, wenn’s Zoff gibt. Doch das sei die Ausnahme.

Kein Wunder: Anke Krinke schaut sich ihre Gäste genau an, lädt sie zum "Candle-light-Dinner" ein, wie sie das Probewohnen scherzhaft nennt. Und da der Kreis Borken als Aufsichtsbehörde von ihr jährliche Fortbildungen verlangt, hat sich die Tierarzthelferin mit den Jahren neben Erfahrungen auch einiges an Wissen über das Verhalten und die Psyche der Vierbeiner angeeignet.

Sie weiß, wer wie zu nehmen ist. Und sie bestimmt die Spielregeln. Dazu gehört, dass alle Gäste den Tag an der frischen Luft verbringen. Nach dem Wecken geht’s raus in die Auslaufgehege. Vier davon gibt es auf insgesamt 250 Quadratmetern, alle mit einem Hundehaus, Plantschbecken, Wippe und anderen Spielmöglichkeiten ausgestattet. Elvis hat sich dieses bis gestern mit Kira, der Schäferhündin, und Asira, der Boxerhündin, geteilt. Sie sind nun wieder zu Hause. Jetzt muss er sich mit Snoopy, dem Münsterländer, arrangieren. Es fällt ihm nicht leicht. Auch die nachmittäglichen Spaziergänge mit anderen Gästen sind nicht sein Ding. Damit er dennoch beschäftigt ist, geht Krinke mit ihm jeden Tag auf die 2000 Quadratmeter große Spielwiese.

Buddy hingegen fährt mit, wenn Anke Krinke mit verträglichen Vierbeinern im Auftrag ihrer Besitzer am Pröbstingsee spazieren geht. Jeder so, wie er mag - und wie es seinem Temperament entspricht. Und wenn doch die Sonne scheinen sollte - dann dürfen auch Buddy, Elvis und Co. in der "VIP-Lounge" auf der Terrasse auf einem der alten Sofas alle Viere gerade sein lassen.

Fotos und Bericht: Rinke



Spaß mit "Django" und "Jan"

Zebu-Nachwuchs lockt Passanten an

Gerade einmal zwei Wochen sin die Zebu-Bullen-Kälber alt,
die mit putzmunteren Sprüngen immer wieder für Aufmerksamkeit sorgen.

WESEKE "Es ist über Nacht passiert", sagt Elisabeth Sieverding. Als sie morgens um 6 Uhr zur Weide am Haus kam, waren sie da: die Zebu-Kälbchen. Im Abstand von zwei Tagen erblickten die beiden Bullen-Kälber in Gemenwirthe das Licht der Welt. Gerade einmal zwei Wochen sind sie nun alt und lenken mit ihrem noch leicht ungelenken Sprüngen immer wieder die Aufmerksamkeit von Passanten auf sich.

Von einem Züchter in Dorsten hatten sich die Sieverdings im vergangenen Jahr die beiden Muttertiere gekauft. "Die Wiese ist für unsere Kühe zu klein, Schafe wollten wir nicht", sagt Elisabeth Sieverding. Sohn Jörg (13), der Landwirt werden möchte, surfte mit seinem Vater durchs Internet und traf auf die ursprünglich in Sri Lanka beheimateten Zebus, hierzulande bekannter als Buckelrinder. So kamen "Susi" - sie ist braun-weiß gefleckt - und die braune "Fritzi" nach Weseke.

Auch die Zebu-Mütter lieben die Streicheleinheiten
von Jörg Sieverding (13).

Mit einem Stockmaß von 1,50 Metern sind sie kleiner als ihre europäischen Artgenossen. Auch bringen sie mit rund 500 Kilogramm Lebendgewicht nur ein Drittel von dem auf die Waage, was eine deutsche Milchkuh wiegt. Dafür aber seien sie "unempfindlicher" und "pflegeleichter" wie die Sieverdings berichten. "Für uns sind sie Hobby", sagt Elisabeth Sieverding, wenngleich sie das "leicht nach Wild schmeckende, kolesterinarme Fleisch der Zebu-Rinder" nicht verachtet.

Vor allem Sohn Jörg freut sich jetzt in den Sommerferien an "Django" und "Jan", wie er die beiden Bullen-Kälber getauft hat. Ein Großteil seiner freien Tage verbringt er auf der Weide neben dem Haus. Mit trockenem Brot und Äpfeln verwöhnt er nicht nur die Zebu-Mütter, die derzeit ein wachsames Auge auf ihren munteren Nachwuchs haben. Dieser kann ob seiner Farbe seine Zugehörigkeit auch nicht verleugnen.

Bericht/Fotos: Rinke